800 Jahre Gadebusch – Schützen setzen farbenfrohe Akzente beim Festumzug
Zum 800-jährigen Stadtjubiläum präsentierte sich Gadebusch am 5. Juli 2025 von seiner festlichsten Seite: Ein mehr als zwei Kilometer langer Festumzug zog tausende Zuschauer in die historische Münzstadt – darunter auch viele internationale Gäste aus Frankreich, Schweden und Polen. Unter ihnen befand sich auch Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident Björn Engholm, der mit seiner Anwesenheit seine persönliche Verbundenheit mit Gadebusch zum Ausdruck brachte und der Stadt herzliche Grüße zum Jubiläum übermittelte.
Gadebuscher Schützenzunft im Mittelpunkt des Geschehens
Einen besonderen Beitrag leistete die Gadebuscher Schützenzunft von 1583 e.V., die im Rahmen des Festes nicht nur zum Schützenfest einlud, sondern auf dem Gadebuscher Marktplatz auch die Proklamation ihres neuen Königshauses feierte. Als neues Königspaar 2025 wurden Olaf Großmann und seine Frau Simone vorgestellt. Neuer Jugendkönig 2025 ist Felix Wichert, der sich diesen Titel mit einem starken Bogenergebnis sichern konnte.
Viele befreundete Schützenvereine aus der Region und darüber hinaus nahmen am Umzug teil und setzten mit ihren historischen Uniformen, Fahnen und Formationen farbenfrohe Höhepunkte. Die öffentliche Würdigung der Schützen wurde dabei von zahlreichen Besuchern mit großem Interesse verfolgt.
Gedenken mit Verantwortung – Kranzniederlegung am Weltkriegsdenkmal
Zuvor hatten die Mitglieder der Gadebuscher Zunft am Denkmal des Ersten Weltkriegs den gefallenen deutschen Soldaten gedacht und einen Kranz niedergelegt. In einer kurzen Ansprache erinnerte Oberst Lutz Kidawa an die Verantwortung der heutigen Generation: Angesichts weltweiter Krisenherde und einer zunehmenden Kriegshysterie sei es wichtiger denn je, aus der Geschichte zu lernen und nicht erneut Völker gegeneinander aufzuhetzen. Dieses stille Gedenken verlieh dem Festtag auch einen nachdenklichen und würdevollen Moment.
Ehrungen und Grußworte
Im Beisein des Präsidenten des Norddeutschen Schützenbundes, Lars Rothfuß, und des Präsidenten des Kreisschützenverbandes Nordwestmecklenburg Wolf-Peter Oswald, sowie des Geschäftsführers des Landesschützenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Jörn Schmöker und des Vorsitzenden der Gadebuscher Schützenzunft Oberst Lutz Kidawa wurden Olaf Großmann, frisch proklamierter Gadebuscher Schützenkönig und Martin Lukat für ihre Verdienste mit dem LSV M-V Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet. Die Ehrung wurde durch Jörn Schmöker persönlich vorgenommen. Zudem erhielt Wolf-Peter Oswald, Präsident des KSV Nordwestmecklenburg und Ehrenmitglied der Gadebuscher Schützenzunft, aus den Händen von Oberst Lutz Kidawa das Ehrenkreuz in Gold der Zunft.
In seinem Grußwort gratulierte Schmöker der Stadt herzlich zum Jubiläum und hob die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Zunft und Landesverband hervor – besonders im Rückblick auf den 25. Landesschützentag 2023 in Gadebusch. Mit sichtlicher Freude berichtete er, dass es ihm und den Mitgliedern der Gadebuscher Schützenzunft eine besondere Ehre und Freude sei, von der Ernennung ihres langjährigen Mitstreiters Klaus Leuchtemann zum Ehrenbürger der Stadt erfahren zu haben. Dessen unermüdliches Engagement in der Vorbereitung und Durchführung des damaligen Landesschützentages sei unvergessen und habe wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. Diese Anerkennung durch die Stadt sei mehr als verdient und bleibe als bewegender Moment in bester Erinnerung. Gleichzeitig stimmte er Gäste und Einwohner auf ein kommendes Großereignis ein: Den 65. Deutschen Schützentag, den der Landesschützenverband im Jahr 2027 in Schwerin ausrichten wird – mit tausenden Schützen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland.
Ein Fest mit Strahlkraft
Der Umzug, organisiert unter dem Motto „Von der Stadt, für die Stadt“, zeigte eindrucksvoll das große Engagement der Vereine, Betriebe und Bürger. Auch nach dem Festumzug wurde weiter gefeiert – beim 29. Münzfest, dass das Jubiläumswochenende am 6. Juli abrundete.
Gadebusch hat mit dieser Jubiläumsfeier ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Brauchtum und Gastfreundschaft gesetzt – mit den Schützen als stolzem und sichtbarem Teil dieser Tradition.
Bild zur Meldung: Festumzug 800 Jahre Gadebusch

