Besuch des Landesschützenverbandes M‑V im Ministerium des Innern und Bau

12.​11.​2025

Der Landesschützenverband Mecklenburg‑Vorpommern (LSV M‑V) hat das Ministerium des Innern und Bau zu einem Arbeitsgespräch am 10.11.2025 besucht. An dem Termin nahmen Minister Christian Pegel sowie seitens des Verbandes Präsident Gerd Hamm, der Vizepräsident Waffenrecht Wolfgang Finze und Geschäftsführer Jörn Schmöker teil. Ziel war ein intensiverer Austausch zwischen Ministerium und Verband zu aktuellen Themen des Schützenwesens im Land.

Im Mittelpunkt stand das Waffenrecht. Präsident Hamm unterstrich die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Evaluierung. Bezug genommen wurde auf den vom Deutschen Schützenbund (DSB) gemeinsam mit den Landesverbänden erarbeiteten Themenkomplex „Waffenrecht 2025 – DSB‑Themenkomplexe“. Ausgangspunkt ist der Start der Evaluierung des Waffenrechts durch das Bundesministerium des Innern (BMI) im September 2025. Der DSB hat fünf priorisierte Themenfelder fristgerecht bis zum 6. Oktober 2025 benannt. Begleitend finden enge Abstimmungen mit dem Deutschen Jagdverband, der BZL und politischen Entscheidungsträgern statt; die Rückmeldungen aller 20 Landesverbände sowie einzelner Mitglieder sind in die Positionierung eingeflossen.

Die angesprochenen Schwerpunkte umfassen die Prüfung und Präzisierung des Bedürfnisprinzips, die Bewertung möglicher Erwerbs‑ und Besitzobergrenzen, die Stärkung von Rechtssicherheit durch klare und einheitliche Regelungen, Verwaltungsvereinfachungen durch entbürokratisierte und praktikable Verfahren sowie die Wahrung der Verhältnismäßigkeit zwischen öffentlicher Sicherheit und individuellen Rechten. Als Grundhaltung wurde festgehalten: keine Waffen für Extremisten, Kriminelle oder ernsthaft psychisch Erkrankte, zugleich Schutz der legalen Sportausübung. Gefordert wird zudem eine differenzierte Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik mit klarer Trennung zwischen legalem und illegalem Waffenbesitz bei schweren Straftaten als Basis der Evaluierung. Im Blick sind dabei WaffG, AWaffV, WaffVwV, SprengG und die Schießstandrichtlinien. Das BMI erstellt die Evaluierungsinstrumente und Fragebögen; die Auswertung soll bis Ende Dezember abgeschlossen werden, anschließend ist erneuter Austausch zur möglichen Novellierung bis hin zu einer Neufassung des WaffG vorgesehen.

Der Austausch knüpfte an den bereits etablierten Dialog an: So war Referatsleiterin Margarete Neises‑Klinger im März 2025 Gastreferentin auf der Arbeitstagung der Schützenvereine des Verbandes. Minister und Verbandsvertretung bewerteten das aktuelle Gespräch als anregend und konstruktiv; beide Seiten bekräftigten, den regelmäßigen Kontakt fortzuführen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Ausrichtung des 65. Deutschen Schützentages 2027 in der Landeshauptstadt Schwerin, zu dem tausende Schützen aus ganz Deutschland erwartet werden. Präsident Hamm warb um Unterstützung des Landes; Minister Pegel nahm dies wohlwollend auf und sagte im Rahmen der Möglichkeiten Mithilfe zu.

Zum Abschluss übergab Gerd Hamm die Schützenchronik des Verbandes, die 2025 zum 35‑jährigen Verbandsjubiläum in achter Ausgabe erschienen ist. Die Chronik, die alle fünf Jahre gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen herausgegeben wird, dokumentiert die Entwicklungen des mecklenburgischen und pommerschen Schützenwesens über die vergangenen Jahrzehnte. Minister Pegel bedankte sich, kündigte an, die Kontakte zu halten, und sicherte zu, dass zur kommenden Arbeitstagung der Schützenvereine des LSV M‑V in Güstrow am 21. März 2026 eine Vertretung des Innenministeriums für Fragen zur Verfügung stehen wird.

 

Bild zur Meldung: v.l.n.r. Innenminister Christian Pegel, LSV-Präsident Gerd Hamm, Vizepräsident Waffenrecht Wolfgang Finze